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Von Associated FX Analysis Team

Das Pfund – das Sorgenkind der kommenden Jahre?

Veröffentlichte Juli 20, 2016

Das Pfund ist in den letzten Wochen instabiler als der Bitcoin gewesen und diese Tendenz wird sich mit aller Wahrscheinlichkeit die kommenden zwei Jahre fortsetzen.
Der Brexit, die Ungewissheit über die zukünftige britische Regierung und die Maßnahmen der Bank of England, um die gefürchteten Liquiditätsprobleme abzuwenden, haben die Volatilität des Pfund Sterling in die Höhe getrieben. Sein Wert schwankte um bis zu 15 %. Für international tätige Unternehmen, die mit Gewinnspannen von 5 % oder weniger arbeiten, stellt dies ein echtes Problem dar.

 

Grafik Euro–Pfund

Die Erschütterung der Märkte, die wir heute erleben, ist jedoch erst ein Vorgeschmack auf die kommenden zwei Jahre. Die EU und das Vereinigte Königreich stehen vor einer noch nie dagewesenen Situation und haben einen langen Verhandlungsprozess vor sich. Dies wird Konsequenzen mit sich bringen, die zum aktuellen Zeitpunkt nicht vorhersehbar sind. Klar ist, es wird ein steiniger Weg.

Konsequenzen des instabilen Pfund Sterling

Das Vereinigte Königreich ist ein bedeutender Markt für deutsche Unternehmen. Diese exportieren Produkte und Dienstleistungen im Wert von ca. 25 Mrd. Euro pro Quartal ins VK. Ihre Gewinne und Wettbewerbsfähigkeit hängen stark von der Stabilität des Devisenmarktes ab.

Unternehmen, die ihr Budget im Dezember 2015 zu einem Wechselkurs von 1,25/1,27 aufstellten, verzeichnen jetzt einen Wertverlust von 8 % ihrer Einkünfte in Pfund. Dies stellt sie vor ein Dilemma: Sollten sie ihre Preise anheben, um die kalkulierten Gewinnspannen zu sichern, dabei aber eventuell Kunden verlieren? Oder sollten sie die Preise beibehalten und Profitverluste in Kauf nehmen?

Schadensbegrenzung

Was geschehen ist, ist geschehen. Wie geht man jetzt am besten mit der Volatilität der britischen Währung um? Die beste Strategie ist, Ihr Unternehmen vorsorglich gegen Verluste abzusichern, die durch unerwartete Marktbewegungen entstehen können. So schützen Sie Ihre Gewinnspanne. Die Unternehmen, die sich vor dem Brexit einen Wechselkurs für den Währungsumtausch in der Zukunft gesichert hatten, haben jetzt einen enormen Wettbewerbsvorteil.

Wenn Ihr Unternehmen Schaden durch den Absturz des Pfund erlitten hat, ist Ihre beste Strategie, jetzt anzufangen, sich gegen zukünftige Kursschwankungen abzusichern. Beobachten Sie den Markt und ergreifen Sie Maßnahmen zum Schutz Ihrer Gewinnspanne, wenn ein akzeptabler Wechselkurs besteht.

Importunternehmen profitieren von der aktuellen Marktsituation. Viele unserer Kunden, die ihre Lieferanten im Vereinigten Königreich in Euro bezahlten, haben die günstige Gelegenheit genutzt und die Bezahlung auf Pfund Sterling umgestellt.

Für Exporteure ist das aktuelle Panorama dagegen wenig vorteilhaft. Diese müssen sich an die neue Situation anpassen und dazu benötigen sie eine effektive Währungsstrategie. Zur Erstellung dieser haben wir die folgenden Empfehlungen für Sie zusammengestellt:

  • Ein neues Budget erstellen und Verträge im Hinblick auf die neue Situation nachverhandeln: Legen Sie einen Ziel-Wechselkurs mit maximalem und minimalem Limit fest, um die günstigsten Gelegenheiten, Währungstransaktionen durchzuführen, auszunutzen.
  • Werten Sie Ihren Cashflow aus: Erstellen Sie eine Übersicht über zukünftige Einkünfte. Damit können Sie besser planen und Währungen zu einem vorteilhaften Wechselkurs umtauschen.
  • Lassen Sie sich von einem auf Devisen spezialisierten Anbieter beraten und nutzen Sie eine Technologie-Plattform zum Währungsumtausch. Mit der geeigneten technologischen Unterstützung bleiben Sie jederzeit über Marktbewegungen auf dem Laufenden und können entsprechend reagieren, ohne ständig selbst den Wechselkurs beobachten zu müssen. Das erspart Ihnen viel Zeit und Aufwand.

In Zeiten der Veränderung ist es immer die Anpassungsfähigkeit, die das Überleben sichert.

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